Die Zeitspanne seit der letztjährigen Jahresversammlung war weiterhin, aber nicht mehr gleichermassen einschneidend, geprägt von den pandemiebedingten Einschränkungen.

In dieser Zeitspanne aktiv waren Lea Dauwalder, Claudia Drexler, Martin Junker und Christine Scheidegger vom Vorstand, Michael Drexler als Verantwortlicher für die Webseite und soziale Medien, sowie Markus Giger und Thomas Angeli als engagierte Unterstützer.

Die beiden Kommunikationsgefässe Klimanewsletter und Website haben die Interessierten weiterhin stets mit aktuellen Informationen versorgt.

Der Klimanewsletter ist auch im vergangenen Jahr alle zwei Wochen erschienen. Er hält alle Interessierten stets auf dem Laufenden, was in der Klimabewegung gerade passiert. Den Autorinnen ist ein Katastrophentonfall fremd und sie thematisieren auch immer wieder begrüssenswerte Entwicklungen.

Die Website der Grünen Thurnen erscheint nun im trendigeren Layout der Grünen Schweiz. Sie wird laufend aktualisiert und man findet hier alles, was gerade lokal, kantonal und national bei den Grünen ansteht.

Die Jahresversammlung 2020 konnte bekanntlich erst im Oktober und nur ohne den geplanten öffentlichen Vortrag stattfinden. Diesen holen wir bei der diesjährigen Jahresversammlung nach.

Nach dem Teil mit den jährlich wiederkehrenden Traktanden wandelte sich die JV 2020 in ein produktives Brainstorming mit zahlreichen kreativen Ideen zum Wahlkampf, in den Christine Scheidegger steigen würde. Sie war bereit für eine Kandidatur für das Gemeindepräsidium. Es stand ein Jahr vor den vorgesehenen Wahlen zur Disposition, im Anschluss an den überraschenden Rücktritt des bisherigen Gemeindepräsidenten Christian Kneubühl.

Tatsächlich waren die restlichen Monate des Jahres geprägt von diesem Wettstreit um die Wahl des Gemeindepräsidiums. Die übrigen Kandidaten schienen verschiedentlich überrascht, wie vielfältig die Aktivitäten der Grünen Thurnen waren. Der auf vielfältiger Ebene aktive, kreative und engagierte Wahlausschuss produzierte und verteilte den originellen Flyer, verfasste Medienmitteilungen und hängte im Dorf Plakate mit dem gelungenen Bild von Christine auf, drehte ein Video und führte eine digitale Kampagne durch. Als einzige der Ortsparteien suchten die Grünen trotz erschwerten Bedingungen aber auch den direkten Kontakt zu den Wählenden: an Ortsterminen diskutierten Christine und deren Mitstreitende mit den EinwohnerInnen der Dörfer und wollten wissen, was die Bevölkerung bewegt.

Die lebhafte Präsenz der Grünen hat sicher dazu beigetragen, dass überraschend viele BürgerInnen am 20.12. 20 auch wirklich Gebrauch machten vom Wahlrecht (Stimmbeteiligung: 65%). Gewählt wurde Christine schliesslich nicht, der Anteil der Grünen betrug 28%. Mächtigen Dank allen, die mit Ideen und Taten zu diesem Ergebnis beigetragen haben! Die Analyse des Wahlergebnisses bestätigte, was wir bereits gewusst haben: Die Ausganglage für unsere Partei ist anspruchsvoller geworden. Die Kräfteverhältnisse in den neuen Ortsteilen unterscheiden sich von jenen in Mühlethurnen.

Im November hatten sich die Grünen an einer Standaktion vor dem VOLG für die Konzernverantwortungsinitiative beteiligt, einem grünen Kernanliegen, auch wenn sie nicht von uns lanciert worden war. Auch diese eidgenössische Initiative scheiterte schliesslich trotz einer Mehrheit der Ja – Stimmen am Ständemehr. Der mittlerweile vorliegende Entwurf des Gegenvorschlags illustriert wie viel wert die Lippenbekenntnisse sind, die im Vorfeld der Abstimmung von den Gegnern abgegeben worden waren.

Ähnlich ernüchternd war das Ergebnis der Abstimmung zum CO2 – Gesetz Mitte Juni 2021, für dessen Annahme sich die Grünen Thurnen ebenfalls mit lokalen Verteilaktionen von Flyern eingesetzt hatten. Beim Wahlerfolg der Grünen bei den letzten eidgenössischen Wahlen hatten diese bei jungen und ländlichen WählerInnen viele Stimmen geholt. Heute scheint die Taktik von VeränderungsgegnerInnen wieder leichter aufzugehen, einem Teil der ländlichen Bevölkerung mit bewährter Taktik vorzumachen, grüne Anliegen würden sich gegen ihre Interessen wenden. Die beiden Agrarinitiativen hatten offensichtlich viele solche Wählende mobilisiert, und so wohl auch zur schwer zu verdauenden Ablehnung des CO2 – Gesetzes beigetragen, die viel wertvolle Aufbauarbeit vorderhand zunichte macht.

Es wird in diesem Sinn auch für die Grünen Thurnen in der fusionierten Gemeinde nicht ganz einfach sein: Wir wollen als fortschrittliche Kraft wahr- und ernstgenommen genommen werden, die sich für notwendige Veränderungen einsetzt. Veränderungen, die auch unseren Kindern und Grosskindern eine Perspektive geben – auf dem Land wie in der Stadt!

Zwischen den genannten Abstimmungen haben wir im Mai die grüne Ortszeitung produziert und an alle Thurner Haushaltungen verteilt. Sie zeigt auf, mit welchen Aktivitäten die Grünen Thurnen auf lokaler Ebene auf dieses Ziel hinarbeiten. Herzlichen Dank an alle, die zu dieser Publikation beigetragen haben. Der Vermittlung unserer Arbeit und Anliegen kommt heute offensichtlich wieder ein höherer Stellenwert zu: National stossen Themen der Klimabewegung auf weniger Resonanz – lokal scheint sich im neu zusammengesetzten Gemeinderat eine Kultur zu entwickeln, die partizipative Spielräume lieber ein- statt ausgrenzt.

Zum erfreulichen Abschluss dieses Rückblicks: Die erfahrenen Exekutivmitglieder Christine Scheidegger und Markus Giger kandidieren erneut für den Gemeinderat Thurnen und werden später auch auf der Grossratswahlliste 2022 lokale Stimmen für die Grünen sammeln. Sie haben die Unterstützung der hiesigen Wählenden verdient.

Wir freuen uns daher sehr auf eure aktive Unterstützung beim Umsetzen der Vorschläge, die wir am 12. August im Workshop zu den Gemeinderatswahl enentwickelt haben und auf eine lebhafte Diskussion an der Jahresversammlung.