Dossier Bahnhof Thurnen
Bahnhof wird erst Jahre später saniert!
Die S-Bahn ist zentral fürs Gürbetal und für Mühlethurnen: Mit Einführung der S-Bahn Bern 1994 wurde der schnelle Personenverkehr nach den Zentren Bern und Thun zum Kerngeschäft der BLS. Die Pendlerströme sind längst zum entscheidenden Faktor für die Prosperität vieler Landgemeinden geworden.
Info Stand Mai 2026
Die BLS Netz AG (BLSN) wird im Sommer 2027 die Fahrbahnerneuerung Kaufdorf–Thurnen mit Streckensperre (Ersatzbus) in Angriff nehmen. In diesem Zusammenhang hat die BLSN erkannt, dass sie die Gelegenheit der Streckensperre nutzen muss, um das Perron in Thurnen zu bauen. Die Vorbereitungen dazu sind am laufen. Das ursprüngliche Projekt wurde aufgeteilt auf Bahnhofmodernisierung und Baugleis. Zum Baugleis schreibt die BLSN: «Die Umsetzung der zweiten Etappe (Abstellanlage und Kreuzungsstelle) ist nach momentaner Einschätzung nicht vor 2030 möglich.»
Der Gemeinderat hat gewisse Anpassungswünsche für den Bahnhofplatz formuliert. Insbesondere sollen die Veloständer nur südlich des Bahnhofgebäudes angeordnet werden. Die BLSN hat diese entgegengenommen und wird sie mit dem Landschaftsplaner umsetzen. Kanton und Gemeinde müssen die Kosten für die Postautohaltestelle, gewisse Gestaltungselemente auf dem Bahnhofplatz und die Veloständer übernehmen. Ein entsprechender Kreditantrag wird voraussichtlich an der nächsten Gemeindeversammlung vorgelegt. Parallel dazu beantragt die Gemeinde die Zusicherung des Kantonsbeitrags.
Info Stand 2025
Thurnen wartet seit Jahrzehnten auf einen modernen Bahnhof. Es gibt positive Signale, doch das Warten geht weiter.
Stellen Sie sich vor: Am Bahnhof Thurnen können gehbehinderte Personen ohne fremde Hilfe in den Zug einsteigen. Die Wendemanöver des Postautos sind dank einer Wendeschlaufe Geschichte, und statt einer Asphaltwüste sehen ankommende Besucher:innen einen einladend gestalteten Bahnhofsplatz. Alles nur ein Hirngespinst? Nein, denn die Pläne für einen Umbau des Bahnhofs Thurnen liegen schon lange in den Schubladen der dafür zuständigen BLS Netz AG. Die Bauarbeiten müssten eigentlich längst abgeschlossen sein, denn seit dem 1. Januar 2024 ist gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Bahnhöfe behindertengerecht sind.
Trotzdem geht das Warten auf einen modernen Bahnhof weiter, denn die BLS hat noch weitere Pläne. Thurnerinnen und Thurner kennen sie seit Jahren: Südlich des Bahnhofs sollen ein Ausweich- und ein Abstellgleis für Bauzüge entstehen. Die BLS will beide Projekte – den Bahnhofumbau und die Gleisneubauten – gleichzeitig realisieren.
Die Pläne für die neuen Gleise im Moos stossen in unserer Gemeinde jedoch nicht auf grosse Begeisterung. Landbesitzer:innen und Anwohner:innen wehrten sich mit Einsprachen und 1753 Personen unterschrieben eine Petition gegen das Projekt. Seither hat die BLS das Projekt für den Gleisneubau reduziert und versprochen, dass Bauzüge nur bei Bedarf und nicht dauerhaft in Thurnen stationiert werden. Verhandlungen mit den Einsprechenden hat das Bahnunternehmen aber selbst nach anderthalb Jahren noch nicht aufgenommen. Auch werfen Gutachten zur Lärmbelastung und zur Landschaftsverträglichkeit, welche die BLS vorgelegt hat, diverse Fragen auf.
Die BLS argumentiert gegenüber der Gemeinde, sie wolle Bahnhof und Neubaugleise gleichzeitig erneuern, um nur eine Baustelle einrichten zu müssen. Dieses Argument sticht nicht, denn das bestehende Gleis muss sehr bald aus Sicherheitsgründen sowieso erneuert werden. Die BLS wird also so oder so zweimal eine Baustelle haben.
Wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass Thurnen bald einen neu gestalteten und für alle zugänglichen Bahnhof hat.
Info Stand September 2015:
Der Umbau des Bahnhofs Thurnen wurde ein weiteres Mal verschoben und wird nun mit einer voraussichtlichen Bauphase zwischen 2020-2023 geplant.
Info Stand Mai 2014:
Das neue Stellwerk in Burgistein wurde auf den 1. April 2014 in Betrieb genommen. Seither können in Thurnen und Seftigen keine Kreuzungen mehr abgewickelt werden. Deshalb werden die unnötigen Gleise zurückgebaut.
Auf unsere Nachfrage hat die BLS informiert, dass aktuell Überbrückungsmassnahmen beim Bahnhof Thurnen geprüft werden, um den Zugang zum Perron für die Fahrgäste zu verbessern. Von grösseren baulichen Massnahmen sieht sie vorläufig aber ab, da ein umfangreicher Umbau im Jahr 2017 geplant wird und zur Zeit ein Variantenentscheid in Bearbeitung sei.
Auf der Homepage der Gemeinde ist ausserdem zu lesen, dass diese Planung, auch diejenige für die Bahnhofplatzgestaltung im Jahr 2015 in die Endphase gehen soll und dann die Bewilligungen beim Bundesamt für Verkehr eingeholt werden.
Info Stand August 2013:
Auf unsere Nachfrage hat die BLS ausführlich informiert, dass für den Bahnhof Thurnen erst ein redimensioniertes Projekt erarbeitet werden muss, welches im Verlauf von 2014 vorliegen soll.
Baubeginn ist für 2017 und Inbetriebnahme für 2018 vorgesehen. Wie man bereits sehen kann, werden aktuell in Mühlethurnen die Bahnübergänge saniert. Diese Arbeiten wurden in das Bauprojekt von Burgistein integriert. Gemäss BLS sind am Bahnhof Thurnen bis zum Baubeginn 2017 keine weiteren Massnahmen vorgesehen, auch keine provisorischen Perronanlagen für längere Züge. Durch die Inbetriebnahme des neuen Stellwerks in Burgistein im März 2014 besteht hingegen keine Möglichkeit mehr, dass in Thurnen Züge kreuzen, Gleis 1 wird also stillgelegt. Damit verschwindet immerhin schon bald eine grosse Gefahrenquelle.
Info Stand August 2012:
Wie aus den Medien zu erfahren war, hat die BLS entschieden, den für dieses Jahr geplanten Umbaubeginn um mindestens 4 Jahre zu verschieben!
Das ursprüngliche Bauvorhaben soll nun unter anderem aus Spargründen redimensioniert und neu aufgegleist werden. Insbesondere aus Sicherheitsüberlegungen ist aber aus unserer Sicht ein baldiger Umbau notwendig: Perronhöhe und -breite sowie der ungesicherte Personenbahnübergang sind schon lange ein Risiko.
Die Tatsache der wiederholten Verzögerung und die schlechte Kommunikation seitens BLS und Gemeinde werfen erneut viele Fragen auf:
- Fangen wir wieder von vorne an?
- Welchen Einfluss wird die Gemeinde auf die Gestaltung des Bahnhofplatzes haben und wird sie diesen Spielraum nutzen?