Nach vielen Verzögerungen: Es geht endlich los mit dem neuen Bahnhof!

 

Mai 2026

Die BLS Netz AG (BLSN) wird im Sommer 2027 die Fahrbahnerneuerung Kaufdorf–Thurnen mit Streckensperre  (Ersatzbus) in Angriff nehmen. In diesem Zusammenhang hat die BLSN erkannt, dass sie die Gelegenheit der Streckensperre nutzen muss, um das Perron in Thurnen zu bauen.  Die Vorbereitungen dazu sind am laufen. Das ursprüngliche Projekt wurde aufgeteilt auf Bahnhofmodernisierung und Baugleis. Zum Baugleis schreibt die BLSN: «Die Umsetzung der zweiten Etappe (Abstellanlage und Kreuzungsstelle) ist nach momentaner Einschätzung nicht vor 2030 möglich.» 
Der Gemeinderat hat gewisse Anpassungswünsche für den Bahnhofplatz formuliert. Insbesondere sollen die Veloständer nur südlich des Bahnhofgebäudes angeordnet werden. Die BLSN hat diese entgegengenommen und wird sie mit dem Landschaftsplaner umsetzen. Kanton und Gemeinde müssen die Kosten für die Postautohaltestelle, gewisse Gestaltungselemente auf dem Bahnhofplatz und die Veloständer übernehmen. Ein entsprechender Kreditantrag wird voraussichtlich an der nächsten Gemeindeversammlung vorgelegt. Parallel dazu beantragt die Gemeinde die Zusicherung des Kantonsbeitrags.

Stand 2025:

Thurnen wartet seit Jahrzehnten auf einen modernen Bahnhof. Es gibt positive Signale, doch das Warten geht weiter.

Stellen Sie sich vor: Am Bahnhof Thurnen können gehbehinderte Personen ohne fremde Hilfe in den Zug einsteigen. Die Wendemanöver des Postautos sind dank einer Wendeschlaufe Geschichte, und statt einer Asphaltwüste sehen ankommende Besucher:innen einen einladend gestalteten Bahnhofsplatz. Alles nur ein Hirngespinst? Nein, denn die Pläne für einen Umbau des Bahnhofs Thurnen liegen schon lange in den Schubladen der dafür zuständigen BLS Netz AG. Die Bauarbeiten müssten eigentlich längst abgeschlossen sein, denn seit dem 1. Januar 2024 ist gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Bahnhöfe behindertengerecht sind.

Trotzdem geht das Warten auf einen modernen Bahnhof weiter, denn die BLS hat noch weitere Pläne. Thurnerinnen und Thurner kennen sie seit Jahren: Südlich des Bahnhofs sollen ein Ausweich- und ein Abstellgleis für Bauzüge entstehen. Die BLS will beide Projekte – den Bahnhofumbau und die Gleisneubauten – gleichzeitig realisieren.

Die Pläne für die neuen Gleise im Moos stossen in unserer Gemeinde jedoch nicht auf grosse Begeisterung. Landbesitzer:innen und Anwohner:innen wehrten sich mit Einsprachen und 1753 Personen unterschrieben eine Petition gegen das Projekt. Seither hat die BLS das Projekt für den Gleisneubau reduziert und versprochen, dass Bauzüge nur bei Bedarf und nicht dauerhaft in Thurnen stationiert werden. Verhandlungen mit den Einsprechenden hat das Bahnunternehmen aber selbst nach anderthalb Jahren noch nicht aufgenommen. Auch werfen Gutachten zur Lärmbelastung und zur Landschaftsverträglichkeit, welche die BLS vorgelegt hat, diverse Fragen auf.

Die BLS argumentiert gegenüber der Gemeinde, sie wolle Bahnhof und Neubaugleise gleichzeitig erneuern, um nur eine Baustelle einrichten zu müssen. Dieses Argument sticht nicht, denn das bestehende Gleis muss sehr bald aus Sicherheitsgründen sowieso erneuert werden. Die BLS wird also so oder so zweimal eine Baustelle haben.

Wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass Thurnen bald einen neu gestalteten und für alle zugänglichen Bahnhof hat.

September 2015:

Der Gemeindepräsident erfuhr Ende August von der BLS, dass der Umbau des Bahnhofs Thurnen ein weiteres Mal verschoben werde und nun voraussichtlich auf 2020-2023 geplant sei. Der Gemeinderat habe daraufhin einen Brief an die BLS geschrieben, dass der Zustand des Bahnhofplatzes keine solch lange Verschiebungsdauer mehr erlaube.

Oktober 2014:

Die BLS informiert die Anwohner über die geplanten Arbeiten bezgl. Rückbau von überflüssigen Geleisen und die Fertigstellung des Trottoirs beim Bahnübergang Bahnhofstrasse.
Es handle sich um eine vorübergehende Massnahme bis zur definitiven Modernisierung der Bahnhofanlage, welche voraussichtlich in den Jahren 2017 und 2018 erfolge.

Infoblatt BLS an die Anwohner

Juni 2014:

Schreiben Vorstand Grüne Mühlethurnen an die BLS (Kundenecho):
„Anlässlich der letzten Gemeindeversammlung unserer Gemeinde  konnten wir erfahren, dass seit langem zur Diskussion stehende Arbeiten beim Bahnhof Thurnen erst im Jahr 2017 in Angriff genommen werden sollen.
Seit Jahren benützen wir den Niveau-Übergang Moosstrasse in Mühlethurnen, um dann vom Bahnhof Thurnen mit dem Zug zur Arbeit oder zu anderen Zielen zu fahren. Als Anfang April die neuen Barrieren in Betrieb genommen wurden, freuten wir uns zunächst über den fürs Trottoir übrig gelassenen Raum. Nur ist da leider immer noch ein Loch anstelle eines Gehwegs. Wann dürfen wir damit rechnen, diesen Bahnübergang ohne Angst, von einem Auto oder Lastwagen angefahren zu werden, benützen zu können? Nebst dem Bahnübergang bietet das überflüssig gewordene Geleise Gefahren: Das Ein- und Aussteigen des Zuges ist bisweilen schwierig, zumal zu den Aus- und EinsteigerInnen auch Eltern mit Kinderwagen und Velofahrer gehören. Das Kreuzen auf dem doch recht schmalen und erst noch abschüssigen „Grat“ zwischen Wagon und Geleisegraben ist schlecht möglich. Sehr zu Recht wird im Zug bei der Ansage der Station auf die Stolpergefahr hingewiesen! Wann dürfen wir damit rechnen, dass dieser unnötig gewordene Geleisegraben aufgeschüttet und gefahrlos begehbar gemacht wird? Ich freue mich auf Ihre Antwort und grüsse Sie freundlich Annemarie Gloor, Präsidentin Grüne Partei Mühlethurnen“

Nun haben wir die telefonische Zusage der BLS erhalten, dass beiden Anliegen Rechnung getragen werden soll. Und zwar noch in diesem Herbst!

August 2013:

Auf unsere Nachfrage hat die BLS informiert, dass der Baubeginn für 2017 und die Inbetriebnahme für 2018 vorgesehen ist. Zusammen mit dem Bau des neuen Stellwerks Burgistein wurden kürzlich auch in Mühlethurnen die Bahnübergänge saniert und mit neuen oder zusätzlichen Schranken versehen. Das Stellwerk wird im März 2014 in Betrieb genommen, dann wird auch Gleis 1 am Bahnhof Thurnen stillgelegt werden.

August 2012:

Gemäss Medienberichten wird der Umbau Bahnhof Thurnen um vier Jahre verschoben: geplanter Baubeginn 2016, Inbetriebnahme Ende 2017.

März 2012:

Gemäss Medienberichten klärt SBB Cargo ab, wo künftig Verladepunkte für Güter bestehen sollen. Damit ist auch für die BLS der Holzverlad in Mühlethurnen in Frage gestellt.

Die Plangenehmigung durchs Bundesamt für Verkehr wird für die 2. Hälfte 2012 erwartet. Anfangs 2012 kursierten Gerüchte, dass sich der Umbau um ca. 2 Jahre verzögere. Im März 2012 wurde bekannt, dass ab Mitte Jahr in Burgistein gebaut wird und die BLS auch an den für Thurnen bekannt gegebenen Terminen festhält.
So oder so müssen Ende 2013 die Perronanlagen für die vorhergesehenen Züge eine Länge von 220m aufweisen, allenfalls auch nur provisorisch. Dies würde für die BLS einen unnötigen finanziellen Mehraufwand und für die Anwohnerinnen und Anwohner eine zusätzliche Belastung durch Bauarbeiten bedeuten.